Von einer soliden niederländischen Basis zu europäischen Ambitionen

Van solide Nederlandse basis naar Europese ambities

Bypoint

Wir haben uns vom Ein-Produkt-Prinzip verabschiedet und wollen wirklich eine Marke für Fahrradsicherheit werden “, sagt Joris Koops über die Entwicklung von Bypoint. Seit unserem letzten Gespräch im Jahr 2022 hat sich Bypoint, damals noch in der Anfangsphase mit einem innovativen Produkt und vielen Plänen, zu einem ernstzunehmenden Akteur auf dem Markt für Fahrradsicherheit entwickelt. „Wir haben mittlerweile fast 300 Verkaufsstellen in den Niederlanden und sind bereits nach Deutschland expandiert.“

Von der Idee zur Marke

Ende 2022 brachte Bypoint sein erstes Produkt auf den Markt: ein Sturzerkennungssystem für Radfahrer, das ohne Smartphone funktioniert. Die Idee, inspiriert von Joris' Großmutter, bot eine Lösung für die steigende Zahl von Fahrradunfällen mit nur einem beteiligten Fahrzeug. Doch schon bald nach der Markteinführung erkannte er das größere Potenzial eines umfassenderen Ansatzes.

Wir stellten fest, dass Fahrradläden sich hauptsächlich auf den Verkauf von Fahrrädern konzentrierten und Zubehör vernachlässigten. Gleichzeitig bemerkten wir eine steigende Nachfrage nach Sicherheitsprodukten im Fahrradmarkt. Deshalb beschlossen wir, nicht nur ein Produkt anzubieten, sondern eine Marke zu werden, die für Fahrradsicherheit steht.

Diese Entscheidung führte zu einer klaren Markenidentität, die auf drei Kernwerten basiert: „Mobilität durch Innovation fördern, gesellschaftliches Engagement bewirken und gemeinsam mit unseren Partnern voranschreiten.“ Anfang 2024 brachte Bypoint einen eigenen Helm mit integrierter Beleuchtung und speziellem stoßdämpfendem Futter auf den Markt, gefolgt von einem Fahrradspiegel. Das Unternehmen konzentrierte sich zudem auf Diebstahlprävention mit Ortungssystemen und innovativen Schlössern. Alle diese 2022 geschmiedeten Pläne wurden umgesetzt.

Vom Markt lernen

Der Weg war nicht ohne Hindernisse. „Als wir am 31. Dezember 2021 die Finanzierung sicherten, ahnten wir nicht, dass zwei Monate später der Krieg in der Ukraine ausbrechen würde. Die Preise für Bauteile schossen in die Höhe, es herrschten Knappheit und Panik auf dem Markt. Unsere Beschaffungskosten stiegen deutlich über die geplanten.“

Für Joris, der sein erstes Unternehmen, Bypoint, leitet, war dies eine wichtige Lernerfahrung. „Ich habe gelernt, dass man die Dinge manchmal so akzeptieren muss, wie sie sind. Am wichtigsten ist es, sich selbst anzusehen und zu wissen: Ich habe alles in meiner Macht Stehende getan.“

Eine weitere wichtige Erkenntnis war die Bedeutung der Validierung mit der Zielgruppe. „Anfangs haben wir weniger Validierungen mit Fahrradläden durchgeführt. Jetzt beziehen wir sie direkt in die Produktentwicklung ein. Wir haben eine Expertengruppe von zehn Läden, von denen wir regelmäßig Feedback einholen, bevor wir neue Produkte entwickeln.“

Das Team hinter dem Erfolg

Schulfreund Andrew Grimminck, der von Anfang an dabei war, ist nach wie vor ein wichtiges Teammitglied. „Andrew konzentriert sich jetzt voll und ganz auf den Vertrieb. Er ist die ganze Woche unterwegs und besucht verschiedene Geschäfte.“ Das Team ist inzwischen auf drei Festangestellte angewachsen, die durch durchschnittlich vier Studenten und Kooperationen mit verschiedenen Bildungseinrichtungen unterstützt werden.

Diese Zusammenarbeit mit Bildungseinrichtungen ist eine bewusste Entscheidung. „Wir kooperieren intensiv mit der Hanze University of Applied Sciences und anderen Universitäten. Ab September werden wir regelmäßiger Kunde des neuen Nebenfachs ‚Entrepreneurship with Technology‘ sein. Die Studierenden helfen uns bei der Entwicklung von Machbarkeitsstudien, wodurch wir neue Ideen schnell testen können.“

Geschäftstätigkeit in den nördlichen Niederlanden

Die Wahl des Standorts Assen war eine bewusste Entscheidung. „Ich fühle mich im Norden einfach wohl. Ich mag keine Menschenmassen“, sagt Joris. Zudem unterstützte die Provinz Drenthe das Unternehmen von Anfang an, ganz im Sinne seines Ziels, die Fahrradprovinz der Niederlande zu werden.

Was Joris am Geschäftsklima in den nördlichen Niederlanden besonders schätzt, sind die hochwertigen Kontakte. „Hier hat ein Wort noch Gewicht. Ich schätze auch sehr die Unterstützung unserer Investoren und unseres Beirats. Sie alle verfügen über einen großen Erfahrungsschatz und sind sehr hilfsbereit. Diese bodenständige und freundliche Art ist typisch für den Norden.“

Doch er sieht auch Verbesserungspotenzial. „Wir hatten vor Kurzem ein Gründeressen mit acht Gründern aus Drenthe, aber viele von uns kannten sich nicht gut. Das mag damit zusammenhängen, wie wir hier im Norden ticken: Wir prahlen nicht mit unseren Erfolgen; wir sind alle eher bodenständig.“

Gerade aus solchen Begegnungen kann etwas Schönes entstehen. „Wir haben plötzlich viel Kontakt zu einem der Teilnehmer des Abendessens geknüpft. Es handelt sich um ein Unternehmen, das ebenfalls wirklich coole Sachen macht, und ich dachte sofort: Ich glaube, wir können gemeinsam etwas auf die Beine stellen, das eine große Wirkung haben könnte.“

Große Partner, große Ambitionen

Das Wachstum von Bypoint zeigt sich auch in den geschlossenen Partnerschaften. „Wir arbeiten mit dem ANWB (Königlicher Niederländischer Touring-Club) zusammen und befinden uns in fortgeschrittenen Gesprächen mit Versicherern.“ Ein Pilotprojekt, das Bypoints Track-and-Trace-System in Versicherungsprodukte integriert, startet im April 2025. „Darauf bin ich sehr stolz, und es beweist einmal mehr, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

Auch international wurden Fortschritte erzielt. „Wir betreiben in Deutschland ein Pilotprojekt mit rund 15 Partnergeschäften und haben einen Vertrag mit einem niederländischen Großhändler abgeschlossen, der auch in Belgien tätig ist. Die Umsetzung ist für April 2025 geplant. Die Fahrradmobilität verändert sich in ganz Europa, daher sehen wir dort definitiv Chancen.“

Persönliches Wachstum

Für Joris, der Bypoint während seines Studiums gründete, ist Unternehmertum eine persönliche Entdeckungsreise. „Ich habe gelernt, geduldiger zu sein. Anfangs habe ich mich unglaublich aufgeregt, wenn etwas schiefging. Jetzt kann ich die Dinge besser relativieren. Ich bin jemand, der versucht, vieles unter Kontrolle zu haben, aber manchmal geht es einfach nicht. Wenn etwas Äußeres nicht stimmt, egal wie sehr man sich bemüht, klappt es manchmal einfach nicht. Das muss man akzeptieren lernen, sonst kann man nicht weitermachen.“

Die Zukunft

Für Joris ist das Ziel klar: „Wir wollen wirklich als Sicherheitsmarke wahrgenommen werden. Dass die Leute an Bypoint denken, wenn sie an Fahrradsicherheit denken. Nicht nur in den Niederlanden, sondern letztendlich in ganz Europa.“

Mit vier neuen Produkten in der Entwicklung steht Innovation weiterhin im Mittelpunkt. „Wir testen intensiv Sensortechnologie, um dieses Problem so umfassend wie möglich anzugehen. Wir wollen uns weiterhin mit Produkten differenzieren, die sich ein wenig von den bereits auf dem Markt befindlichen Produkten unterscheiden.“

Sein Rat an angehende Unternehmer ist eindeutig: „Am Anfang heißt es einfach: Legen Sie los! Man hört viel von Planung, aber ich sage immer: Man muss einfach anfangen. Man kann nicht alles im Voraus festlegen. Gehen Sie raus, probieren Sie es aus und stellen Sie es auf die Probe. Wenn man erst einmal einen sicheren Job angenommen hat, ist es sehr schwer, später wieder umzukehren. Nutzen Sie also die Chance, solange sie sich bietet.“

Interview und Text von Lars Meijer

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